Currently Being Moderated

Ein Zweijahresplan in fünf Schritten

 

harting.jpg

In diesen Tagen werden Höchstleistungen wieder großgeschrieben. Alle vier Jahre messen sich Hochleistungssportler bei den Olympischen Spielen, um ihre hart erarbeitete Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer unter Beweis zu stellen. So auch dieses Jahr wieder in London.

 

Jeder, der schon einmal Sport getrieben hat, weiß, dass sich Höchstleistung nicht so ohne Weiteres abrufen lässt. Es fängt im Kleinen an, indem man sich aufwärmt, die Muskulatur vorbereitet und endet bei Profis in jahrelanger Vorbereitung auf genau einen Punkt – in diesem Fall die Olympischen Spiele in London 2012. Doch wie schaffen es die Profis, auf den Punkt genau ihre Leistung abzurufen? Und wie bleiben sie trotzdem variabel, werden sozusagen im Vorbeigehen noch Deutscher Meister oder Europameister?

 

Im Wesentlichen liegt das Geheimnis in einer Rückwärtsplanung. Vom Event an rückwärtsgehen und kleine Zwischenziele aufbauen, um dann irgendwann an den Start der Vorbereitung zu kommen. Diejenigen, die sich mit Projektmanagement befassen, dürften hier sicherlich schon schmunzeln, da es ein alltäglicher Vorgang ist. Keiner wird also einfach drauflostrainieren und nach dem Konzept „Schaun mer mal“ arbeiten. Wichtig ist es, unter anderem Zwischenziele, sog. „Milestones“ zu definieren, denn nur so kann ich ständig meine Leistung und meinen Fahrplan überprüfen. Übrigens auch eine sehr gute Methode, um persönliche Ziele zu definieren und zu erreichen.

 

Nun könnte ich natürlich noch seitenweise über die Trainingslehre und Trainingsmethoden referieren, möchte aber gerne die Überleitung zur IT-Branche machen, da es hier durchaus Parallelen gibt. Das Problem in der IT ist nur, dass ich nicht auf ein so klar definiertes Ziel wie „Olympiasieger“ hinarbeiten kann, da es viele Unwägbarkeiten gibt, die es zu meistern gilt. Aber ich kann trotzdem ein Ziel formulieren und mit der Rückwärtsplanung arbeiten.

 

 

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, wie Ihr Storage auf die Anforderungen der nächsten zwei Jahre vorbereitet ist? Kennen Sie überhaupt Ihre Anforderungen der nächsten zwei Jahre?

Über 90 % der Leser werden jetzt wahrscheinlich den Kopf schütteln. Wer weiß schon was in zwei Jahren passiert. Auch wenn Glaskugel-IT heutzutage von (fast) keinem Unternehmen mehr betrieben wird und ein Plan über sechs bis zwölf Monate hinweg noch relativ einfach ist, stellt ein Zweijahresplan doch schon eine enorme Herausforderung dar. Gerade in der schnelllebigen IT sind zwei Jahre schon gefühlte zehn Jahre. Doch was mache ich als IT-Verantwortlicher, wenn ich nicht weiß, was in meinem Unternehmen auf mich zukommt? Wie reagiere ich auf Zukäufe und Integrationen innerhalb meines Unternehmens? Wie halte ich TCO und ROI möglichst gering, bin aber dennoch flexibel.

 

Hier kann die Rückwärtsplanung hilfreich sein. Der entscheidende Punkt dazu ist die Definition des Zieles, von dem ich aus zurückarbeite. Aus den oben genannten Punkten lässt sich relativ einfach ein Ziel für meine IT und meinen Storage formulieren:

 

Ich möchte einen flexiblen, aber zielgerichteten Storage haben mit dem ich zu jeder Zeit die Anforderungen und das Wachstum meiner wichtigen und weniger wichtigen Applikationen abdecken kann und der mich offen für zukünftige Änderungen in meinem Unternehmen macht.

 

Liest sich einfach, aber lassen Sie sich das mal auf der Zunge zergehen. Was bedeutet das für mich und meinen Storage? Ich kann

 

  • jederzeit unterbrechungsfrei auf einer Plattform wachsen – sei es im Tier 1- oder im Tier 3-Bereich,
  • fast alle Applikationen abdecken – von weniger wichtig bis zu geschäftskritisch (sicherlich gibt es ganz spezielle Anwendungsbereiche, die speziellen Storage benötigen, aber über 90 % der Anforderungen sollten von einem System bewerkstelligt werden),
  • automatisch, auf Knopfdruck Storage-Ressourcen bereitstellen,
  • Daten von anderen Systemen einfach migrieren,
  • meine Storage-Landschaft einfach auf den neuesten Stand ohne Einbußen bringen.

 

Sicherlich gibt es noch viel mehr Punkte, aber ich möchte mich hier auf die wichtigsten Punkte beschränken. Einige von Ihnen werden vielleicht sagen, dass sie schon soweit sind. In dem Fall erlauben Sie mir die Frage: „Sind Sie in der Lage sofort 10 TB auf Knopfdruck hochperformant und ausfallsicher auf Ihrem System abzubilden und einfach zu verwalten?“. Wenn Sie dann immer noch mit dem Kopf nicken, dann kann ich Sie nur beglückwünschen. Für diejenigen unter Ihnen, die jetzt und auch schon vorher mit dem Kopf geschüttelt haben, ein einfaches Beispiel für einen Fünfpunkteplan für zwei Jahre nach dem Rückwärtsplanungsprinzip:

 

  1. Endgültiger Ausbau der flexiblen und performanten Storage-Infrastruktur mit unterbrechungsfrei hinzugefügten, weiteren Storage-Knoten, die eine smarte, sichere und skalierbare Umgebung erlauben (August 2014)
    1. Meilenstein: TCO um xx % niedriger im Vergleich zur vorherigen Umgebung
  2. Hinzufügen von weiteren Flash-basierten Performance-Modulen auf der Host- und Storage-Seite für Key-Applikationen (Februar 2014)
    1. Meilenstein: Performance-Verbesserung um xx % für Key-Applikationen
  3. Letztmalige Migration der Applikationen von einer Monolith-Architektur zu der neuen Landschaft (August 2013)
    1. Meilenstein: Abschaltung der Alt-Storage-Systeme
  4. Inbetriebnahme der neuen Storage-Infrastruktur mit dem Ziel der Vereinfachung, höherer Flexibilität und größerer Automatisierung
    1. Meilenstein: ROI um Faktor x verbessert
  5. Kickoff des Projektes „Agile Data Infrastructure 2014“ – smarter, sicherer und skalierbarer Storage der Zukunft

 

Sie sehen, dass die grobe Planung gar nicht so kompliziert aussieht und am Ende des Tages ein deutlicher Nutzen zu sehen ist. Natürlich sind hier Zwischenschritte erforderlich, und das Projekt hört auch nicht im August 2014 auf, sondern lebt immer weiter durch kleine Änderungen, wie z. B. Kapazitätserweiterung oder Performance-Verbesserungen. Doch letztendlich ist das Ziel einer smarten, sicheren und skalierbaren IT-Infrastruktur wichtig, mit der ich dann alle meine Geschäftsbedürfnisse zukünftig abbilden kann.

 

Wie bereiten Sie sich auf Ihre Anforderungen innerhalb der nächsten zwei Jahre vor?

Wie sieht Ihr Fahrplan für die nächsten zwei Jahre aus?

Was sind heute Ihre Probleme in der IT?

Comments

Filter Blog

By author: By date:
By tag: